Der Atlantikwall in Norwegen

Geschütze

Begünstigt durch die Weiternutzung der Norwegischen Marine sind bis heute noch viel Gebiete der ehemaligen Deutschen Küstenbatterien Militärgelände.

Teilweise weiterbenutz und/oder modernisiert, teilweise 100% im Originalzustand nach Kriegsende belassen oder komplette Beseitigung der Bauwerke sind dort heute anzutreffen.

Nirgendwo sonst findet man am Atlantikwall noch diese Anzahl an erhaltener Geschützen vor.

Wir beginnen mit der 5cm KWK :

Auf der Halbinsel Lista ist dieses Exemplar noch eingebaut im R 667 erhalten.

Außenansicht des R667 mit 5cm Kwk

Die 5cm KWK im Geschützbunker

Heute ist das Geschütz zu Restaurationszwecken nach Oslo gebracht worden wo es dann in der nahen Zukunft dort ausgestellt werden soll.

Innerhalb der MKB Bjarköy zur Infanterieverteidigung und Flankensicherung des Batteriegeländes. Das Geschütz steht hier in einer offenen Bettung aus Bruchsteinen.

MKB Bjarköya : An diesem Geschütz fehlt nur der linke Teil

Eine der häufigsten verwendeten Waffen am Atlantikwall in Norwegen war das Beutegeschütz 10,5cm K 331 (f) Und K 332 (f). Über 80 Batterien in ganz Norwegen waren mit diesen Geschützen teilweise oder über ihre gesamte Aufstellungsdauer ausgestattet.

Eine K 332 (f) im Regelbau R 671 der HKB Varnes

Frontale Ansicht des Ensembles

Blick über das Geschützroh in die „Feindrichtung“

Diese Geschütze wurden auf sogenannte Sockellafetten montiert und die original Radlafetten wurden nicht weiter verwendet.

In offenen Bettung wurden die meisten Geschütze auf den Radlafetten montiert und mittels Drehtellern in die gewünschte Schussposition gebracht.

K 331 (f) auf Radlafette und Drehteller in offener Bettung der HKB Ny Hellesund

Eine komplett restaurierte K 332 (f) in der HKB Tellevik, hier jedoch auch auf Sockellafette montiert

Eine seltene Bewaffnung stellete die 12cm Beutekanonen aus Belgien dar: Die 12cm K370 (b)

Blick auf die K370 (b) der HKB Kvalvik

Ein ebenso weit verbreitete Beutekanone war an die 15,5cm K 416 (f) die ebenfalls in vielen Batterien an der Küste eingesetzt waren.

Die K 416 (f) der HKB Florö

Nun kommen zwei Unikate in der Geschützverwendung am Atlantikwall in Norwegen.

Vor dem 1. WK in dem belgischen Cockerill Werk bestellt, 1920 ausgeliefert und als Sperrfort an der norwegisch schwedischen Küste eingebaut. Die 7,5cm Kanone L/50 Cockerill wurde dann von der deutschen Besatzungsmacht dort ausgebaut und auf der Insel Karmöy in einer Sonderkonstruktion wieder aufgestellt.

Die Kuppel des Geschützturms der HKB Kvala

Der Geschützturm von Innen HKB Kvala

Ein ähnlichen Geschützturm, allerdings von der Fa. Schneider&Cie / Frankreich gebaut und mit 12 cm Geschützen ausgestattet. Auch diese Geschütztürme wurden an der norwegisch-schwedischen Grenze, allerdings schon 1905, aufgestellt. Auch diese Türme, mit der genauen Bezeichnung 12cm Kanone L/40 wurden von den Deutschen dort ausgebaut und auf der Insel Eigeröy und Karmöy zu je zwei Paaren, ebenfalls in einer Sonderkonstruktion, wieder aufgebaut. Einer der Geschütztürme der HKB Skudesnes ( Insel Karmöy) wurde 1992 dort demontier und an seinen ursprünglichen Ort in der Festung Halden wieder aufgebaut.

Einer der zwei 12cm Geschütztürme auf Eigeröy / HKB Midbröd.

Die Öffnung für das Geschützroh ist mit Beton verschlossen worden.

In Kristiansand steht das letzte erhalten 38cm Geschütz der Baureihe SKC/34 am Atlantikwall. Das heutige „Küstenmuseum Mövik“, ehemals MKB Vara, kann ganzjährig Besucht werden.

Die Ausmaße des Geschützturms beeindrucken noch heute.

Die SKC/34 im Vordergrund, im Hintergrund die ebenso einzigartige Geschütz-Kasematte die bis Kriegsende nie feuerbereit war.

Frontalblick in die 38cm Geschützöffnung

Eine weitere „Steigerung“ ist der ebenfalls einzig erhaltene Geschützturm Caesar „C“ des Schlachtschiffes Gneisenau in Landaufstellung. Die SKC/34 ist hier in einer 3*28cm Bestückung anzutreffen. Der sogenannte 28cm Drillingsgeschützturm SKC/34 wurde 1943 in der MKB Örlandet aufgestellt, und nach dem Krieg von der norwegischen Marine weitergenutzt. Ende der 80er Jahre dann nach einem „Dornröschenschlaf“ als „Museumsfort Austratt“ dem interessierten Publikum in den Sommermonaten zur Besichtigung freigegeben.

Frontalansicht der 3*28cm Rohre

Blick über das Geschütz in „Feuerrichtung“

Hier soll die kleine Übersicht der erhaltenen Geschütze am Atlantikwall in Norwegen enden. Natürlich sind noch weitere Geschütztypen vorhanden, die hier nicht vorgestellt wurden.

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